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Pokemonexperte Forum → Thema anzeigen - Waldmensch (Update: 15.8.10)

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 Betreff des Beitrags: Waldmensch (Update: 15.8.10)
BeitragVerfasst: 16.04.2008 14:58 
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Ptera

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Waldmensch's Geschichten



Homo silvanus proudly presents: Best Worst of Waldus! Kommentare wie "Das ist gut", "Das ist doof" oder "Das ist deine Beste" will ich nicht lesen, geschweige denn ich Form von "aLtaH, îîch komm mîîr übeLst c00L v0r, weîîL îîch unLeserLîîch schreîîbe". Und... ich kann wohl auch einstecken.
Illustrationen werden bitte in meinem Zeichnungen-Thema bewertet.

Updates: 15.8.10
Kapitel 3 vollendet und Kapitel 4 hinzugefügt.
Alle Kommentare, die vor dem 31.5.2010 geschrieben wurden, beziehen sich auf Geschichten, die in diesem Thema nicht mehr zu finden sind.

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Bild

Lucius ist ein ziemlich durchschnittlicher Held, der sogar zu unkreativ ist, sich einen eigenen Namen auszudenken. Als er eines Tages zum sechsten Mal die Siegestrasse durchquert, stößt er mit einem aufgeregten Latias zusammen. Die mysteriösen Freaks von Team Game treiben seit neustem auf den Inseln ihr Unwesen und sie haben ein schreckliches Ziel: Die alten Generationen zu vernichten und durch neue moderne zu ersetzen. Und bald ist Lucius zusammen mit dem quirligen Latias, dem kauzigen Vesco und seinem durchgehend begeisterten amerikanischen Zwillingsbruder auf seinem ersten richtigen Abenteuer...

Vorsicht: Wer hier supertollen Schreibstil und philosophische Ergüsse sucht, wie man sie normalerweise bei mir findet, wird bitter enttäuscht. Ich habe bei dieser Geschichte auf keinerlei sprachliche Schönheiten geachtet. Sie soll in erster Linie unterhalten und zum Nachdenken anregen. Besonders ersteres geht besser, wenn man nicht zwei Absätze lang die Farbe des Himmels beschreibt und danach zwei Seiten lang vom Thema abschweift, wie ich es sonst gerne tue. Schöner Schreibstil versaut nämlich Überraschungsmomente und die meisten Gags basieren auf solchen ;)

Kapitel 1


Vescos Farm war tatsächlich riesig. Als wir um den Berg herumtraten, sahen wir auf ein einziges Wirrwarr aus Ställen und Weiden, die alle irgendwie zusammengehören zu schienen. Auf dem Gelände tummelten sich tausende Ponita und Galoppa. Der Amerikaner hüpfte neben mir auf und ab und schrie immerzu: „It’s amazing! It’s awesome!“
Ich wandte mich an das Latias, das ebenfalls staunend auf die Farm herabblickte, obwohl es nach eigenen Angaben schon total oft hier gewesen war. „Und ich darf dich wirklich nicht fangen?“, hakte ich noch einmal nach.
„Bist du eigentlich taub?“, fauchte es empört, „ich hab es dir doch schon dreimal erklärt!“
„Na ja, du bist ziemlich selten, weißt du. Ich brauche dich für meinen Pokédex.“
Es machte einen entrüsteten Looping. „Wenn du ein Latias willst, kauf die eins von diesen neuen Goldtickets. Ich bin das dritte Latias von Vesco, das er besiegt hat, weil er schon die zwei andere hatte! Ich bin frei! Das ist der höchste Zustand überhaupt für ein Pokémon! Sowieso hätte ich mich dir gar nicht gezeigt, wäre ich nicht in dich reingeflogen.“
Ich erinnerte mich. Es war sehr schmerzhaft gewesen. Ich ging eigentlich gerade nur ganz gemütlich zum sechsten Mal die Siegesstraße entlang, als plötzlich das Latias um die Ecke kam und mich gegen die nächstbeste Wand schleuderte. „Wenn du nicht von anderen Helden außer Vesco gesehen werden willst, musst du schon vorsichtiger sein“, maulte ich und befühlte die Beule an meinem Hinterkopf.
In diesem Moment packte der Amerikaner plötzlich meinen Arm und kreischte mir wild ins Ohr. „Ah, look, it’s so GORGEOUS! All these cute Ponyta and Rapidash! I can’t believe it!”
“Er hat Ponita gesagt”, rief ich dem Latias zu, “er kommt wohl doch nicht von einem anderen Stern.”
„Aber ich verstehe ihn trotzdem nicht“, meinte das Latias beleidigt.
Der Amerikaner rannte nun unter begeisterten Ausrufen ins Tal hinunter. „Ich verstehe nicht, was er hat“ sagte ich zum Latias, „alles scheint ihn völlig von den Socken zu hauen. Erinnerst du dich noch daran, wie er zehn Minuten lang schreiend vor der Blume stand? Er muss tausend Fotos gemacht haben.“
Das blickte dem Amerikaner nach und schüttelte nur betrübt den Kopf.
„Wegen jedem Kleinkram bricht er in Begeisterung aus. Er findet ja echt alles toll.“
„Er hat halt Spaß am Leben“, meinte das Latias, „hat ja auch nicht jeder.“

Wir fanden Vesco auf einer Wiese in der Nähe des Verwaltungsgebäudes. Er lag auf dem Boden und hatte sich einen großen Hut tief ins Gesicht gezogen. Aus seinem Mundwinkel hing ein langer Grashalm. Der Amerikaner rannte an der angrenzenden Weide hin und her und schoss wild Fotos von den Pokémon, während sich das Latias auf Vesco stürzte und ihn grob anstieß. Vesco schob es zur Seite, ohne es anzusehen.
„Veeeeeescoooooo“, quiekte das Latias und schwirrte in engen Kreisen um ihn herum.
Er sprang auf. „Was willst DU denn hier?“, schrie er und riss sich den Hut vom Kopf.
„Es ist ganz wichtig, wirklich GANZ wichtig“, beteuerte das Latias.
„Ich fange dich nicht, vergiss es“, knurrte Vesco und setze sich den Hut wieder auf.
„Ich will gar nicht gefangen werden“, empörte sich das Latias, „obwohl, eigentlich schon, aber ich bin wegen was ganz Anderem hier!“
Vesco starrte es misstrauisch an. „Und du durchwühlst ganz bestimmt nicht wieder heimlich meine Taschen nach Bällen, um dich selbst einzufangen?“
„Ganz bestimmt nicht“, sagte das Latias.
„Hey, warte mal“, platzte ich dazwischen, „ich dachte, du seiest so ein stolzes und wildes Pokémon, das bis an seine Grenzen geht, um seine Freiheit zu wahren?“
„Na ja...“, fing es verlegen an.
„Das hast du gesagt“, schimpfte ich, „WÖRTLICH.“
„Also...“
„Dann kannst du dich ja auch von mir fangen lassen.“ Ich streckte ihm einen Pokéball entgegen. Es wich zurück.
„Tu’s nicht“, kreischte Vesco und sprang dazwischen. Sein Gesicht schwebte direkt vor meinem. Er starrte mich dramatisch an. „Es wird dich nie wieder in Ruhe lassen“ hauchte er mit düsterer Stimme, „es wird dich ständig begleiten! Es wird sein Essen essen und deins noch dazu! Es wird seinen Pokéball besetzen und den deines Starters noch dazu! Und es wird seine Träume träumen und dich bis in deine Albträume verfolgen!“
„Jetzt übertreibst du aber“, sagte das Latias vorsichtig.
Vesco fuhr herum. „Es ist wahr“, rief er, „du weißt doch, ich hatte diesen Albtraum von dem Relaxo, das mit mir ihm Zug sitzt, die Koffer frisst und immer dicker wird, bis es mich zu ersticken droht. Letztens habe ich geträumt, du würdest mit im Zug sitzen und das Relaxo fressen!“ Er wedelte wild mit den Armen. „Das war der schlimmste Traum, den ich je hatte!“
Bisher hatte ich das Latias nicht sehen können, da es von Vesco vor mir verdeckt wurde, aber nun trat ich einen Schritt zur Seite. Es saß zusammengekauert am Boden und verdeckte den Kopf mit den dicken Stummelärmchen. „Du bist so gemein“, jammerte es, „das hast du nie im Leben geträumt!“
„Stimmt“, sagte Vesco.
Das Latias nahm die Arme vom Kopf und starrte ihn verblüfft an. Doch bevor es wütend werden konnte, fragte Vesco: „Und, weshalb bist du jetzt hier? Vorhin war die Rede von was ganz Wichtigem.“
Ich steckte den Pokéball, den ich immer noch in der Hand hielt, zurück und räusperte mich. Vesco drehte sich wieder zu mir um. „Wir brauchen Ihre Hilfe“, erklärte ich.
„Wer bist du überhaupt?“, fragte er, „kommst frisch aus Sinnoh, dem Outfit nach zu urteilen. Sieht übrigens grässlich aus. Ich war ein Mädchen, weil ich die Mütze vom Jungen nicht ausstehen konnte.“
Ich glotze ihn an und betastete meine Kopfbedeckung. „Aber das Mädchen trägt rosa“, war das Einzige, was mir dazu einfiel.
„Es war das kleinere Übel“, meinte Vesco gut gelaunt, „besser rosa Kleidchen als wie ein glatzköpfiger Halbaffe rumlaufen. Wie heißt du denn jetzt?“
Ich war immer noch völlig verdattert. „Ähm, wie ich heiße. Lucius.“
„Oh Gott“, stöhnte Vesco, „weißt du, wie verdammt unkreativ es ist, den vorgegebenen Namen zu nehmen?“

„Wollt ihr Tee? Frisch aus Prismania City!“
Wir, also ich und das Latias, saßen mittlerweile in Vescos Wohnzimmer. Der Amerikaner hüpfte immer noch draußen auf der Farm herum und warf mit wilden Schreien um sich. In Amerika müssen sie hunderte verschiedene Wörter haben, um ihre Begeisterung auszudrücken.
„Frisch?“, fragte das Latias misstrauisch. Es hatte sich mittlerweile wieder in seine Menschenform verwandelt, „wann warst du denn das letzte Mal in Kanto?“
„Ja, stimmt, er ist schon ein paar Jahre alt“, gab Vesco zu, „soll ich euch welchen aufwärmen?“
„Nein, danke“, antworteten ich und das Latias gleichzeitig. Vesco setzte sich mit enttäuschtem Gesicht zu uns.
„Also“, begann ich, „es ist ein neues böses Team aufgetaucht. Es heißt Team Game.“
„Game“, wiederholte Vesco, „was für ein alberner Name.“ Ich fragte mich, ob es überhaupt irgendetwas gab, das er gut fand.
„Jedenfalls ist es diesmal ernst. Sie gehören nicht zum Projekt, zumindest tauchen sie nicht im späteren Produkt auf. Sie leiten das Projekt vielmehr.“
„Tatsächlich?“, fragte Vesco neugierig.
„Ja“, führ das Latias fort, „aber sie führen nichts Gutes im Schilde. Jedenfalls nicht für uns alte Generationen. Die Mitglieder von Team Game, sie werden Freaks genannt, nicht mehr Rüpel, die Game Freaks also, sind nämlich die Schöpfer der Pokémon. Die Schöpfer der alten, aber auch der neuen Generationen. Wir haben es bei der vierten Generation schon kommen sehen: Team Game schlägt einen völlig neuen Kurs ein, was Pokémondesign betrifft.“
„Es gibt Leute, die meinten auch schon, die dritte Generation sähe scheiße aus“, bemerkte Vesco.
„Aber das stimmt nicht“, empörte sich das Latias, „wir gehören noch zu den alten Generationen.“
„Ich gebe zu, in Hoenn hatte ich tatsächlich noch meinen Spaß...“, lenkte Vesco ein.
„Siehst du“, meinte das Latias stolz.
„...bis du kamst“, beendete Vesco seinen Satz. Das Latias zog ein beleidigtes Gesicht.
„Die Game Freaks sind der Ansicht, dass das Projekt so nicht mehr funktionieren kann“, berichtete ich weiter.
„Oh, das tut es tatsächlich nicht mehr“, unterbrach mich Vesco, „sieh dir einfach Voluminas an, dann weißt du, was ich meine.“
„Ich weiß, aber sie sehen das genau anders herum: Ihr Ziel ist es, die alten Generationen zu vernichten und durch neue zu ersetzen.“
Ich machte eine Kunstpause, um das Gesagte wirken zu lassen. Vesco starrte mich entgeistert an und selbst das Latias sah total schockiert aus, obwohl es die Geschichte schon kannte oder sie mir, genauer gesagt, selbst erzählt hatte.
„Die neuen Pokémon sollen den Nerv der Zeit treffen“, berichtete ich, „sie sollen sportlich und cool, süß und knuffig sein.“
„Aber so sind die alten Generationen doch!“, rief Vesco aus, „was ist mit Mewtu, Glurak, Garados? Pummeluff, Evoli, Togepi? Die Helden meiner Kindheit!“
Das Latias kramte in seiner Tasche und förderte einige Bilder zutage. „Das sind Entwürfe für neue Pokémon. Ich habe sie eigens aus dem Geheimversteck von Team Game gestohlen!“ Es grinste stolz.
Vesco nahm ein Bild. „Was ist das?“, fragte er entsetzt, „das Viech ist geschminkt!“
„Es nennt sich Zoroark“, erklärte ich, „sportlich und cool. Bis jetzt sind das nur die japanischen Namen. Wie immer kriegen die Japaner die neuen Tickets zuerst. Schwarze und weiße Tickets diesmal. Sie bringen einen nach Isshu.“
Vesco betrachtete das nächste Bild. „Oh mein Gott.“
„Mijumaru. Süß und knuffig.“
„Kitschig und ekelerregend“, erwiderte Vesco.
„Team Game jagt in allen Welten nach den alten Pokémon“, fuhr das Latias fort, während Vesco die anderen Bilder unter die Lupe nahm, „sie nutzen die neuen, um die alten einzufangen und zu erledigen. Aber nicht nur das, auch die alten Länder wollen sie zerstören, um mehr Platz für neue Welten zu haben. Modern sollen die sein. Großstädte werden sie bauen.“
Vesco warf einen Blick nach draußen, wo friedlich die Ponita grasten.
„Und wer macht da mit?“, fragte er.
„Die Kids von heute“, sagte das Latias düster.
Schweigen erfüllte den Raum. Nun, wo keiner mehr redete, konnte man durch die dünnen Wände den Amerikaner kreischen hören.
„Wer ist das eigentlich?“, erkundigte sich Vesco.
„Keine Ahnung“, sagte das Latias, „er lief uns irgendwann einfach hinterher. Spricht kein Deutsch.“
„Hab ich auch schon bemerkt“, brummte Vesco, „apropos, woher wisst ihr das eigentlich alles?“ Er sah mich an.
„Frag nicht mich“, verteidigte ich mich, „ich wurde gezwungen, mitzukommen. Ich habe keinen blassen Schimmer.“
Vesco drehte sich zum Latias um. „Hast DU ihn gezwungen?“, fragte er ungläubig.
„Es war so“, erklärte das Latias, „ich flog gerade so schön frei und wild über die Alte-Helden-Inseln.“
Vesco sah es merkwürdig an.
„Okay, okay, ich war auf der Suche nach dir“, gab das Latias zu, „du weißt doch, ich finde dich so toll und will unbedingt...“
„Du flogst über die Inseln“, unterbrach Vesco es.
„Ja, genau. Und dann sah ich auf der dreiundvierzigsten Insel ein seltsames Gebäude. Die Insel ist eigentlich unbewohnt, müsst ihr wissen. Also flog ich näher ran. Ein Fenster stand offen, und weil ich ja so mutig bin...“
Wieder sah Vesco es merkwürdig an.
„Und weil ich dich beeindrucken wollte“, korrigierte sich das Latias beiläufig, „flog ich hinein, um herauszufinden, was die da machen. Ich befand mich also in einem Raum und hörte plötzlich durch eine angrenzende Tür Stimmen. Sie unterhielten sich über ihre Pläne und auch über die neue geplante Generation. Später müssen sie den Raum durch irgendeine andere Tür verlassen haben, jedenfalls hörte ich, wie eine ins Schloss fiel. Danach war es ruhig. Ich schlich mich in das Zimmer und fand dort die Pokémon-Entwürfe.“
Es schwieg und sah uns stolz an.
„Und dann?“, fragte ich irritiert.
„Ähm, na ja, ich hörte Schritte und machte mich schnell aus dem Staub.“ Es grinste verlegen.
Vesco seufzte. „Und... was hab ich damit zu tun?“
Betretenes Schweigen erfüllte den Raum. „Eigentlich gar nichts“, gab ich zu.
„Aber du bist ja so großartig, darum wirst du uns sicher helfen!“, freute sich das Latias.
„Wobei?“ Vesco zog skeptisch eine Augenbraue hoch.
„Wir werden die Game Freaks vernichten!“, rief das Latias und flatterte über dem Sofa auf und ab. Vor lauter Begeisterung verwandelte es sich sogar zurück in ein Latias. So erinnerte es mich tatsächlich etwas an den Amerikaner.
„Vergesst es“, knurrte Vesco.
Das Latias fiel zurück auf das Sofa und glotzte Vesco mit offenem Mund an. Draußen kreischte der Amerikaner.
„Aber... du liebst doch auch die alten Generationen“, wandte ich ein, „und du bist ein Held!“
„Ein ehemaliger Held“, korrigierte Vesco mich, „und außerdem, was heißt das hier schon? Hast du eine Ahnung, wie viele Helden es insgesamt gibt? Alles, was wir machen, ist dem Skript folgen und uns von Kameras verfolgt durch eine Pokémonwelt kämpfen! Jeder Idiot kann sich ein Ticket kaufen und Held sein!“
„Du bist was Besonderes“, schleimte das Latias.
„Wie wollt ihr die Game Freaks vernichten? Was bringt das? Wenn sie weg sind, gibt es auch keine Pokémon mehr.“
Das klang tatsächlich einleuchtend. So hatte ich da noch gar nicht drüber nachgedacht. Dem Latias sah man an, dass ihm Ähnliches durch den Kopf ging.
„Ich habe jedes Ticket gekauft, das es gibt. Jetzt habe ich keine Lust mehr und mich deshalb auf den Alte-Helden-Inseln niedergelassen. Ich möchte einfach in Ruhe mit meinen Ponita leben“, knurrte Vesco, „ihr habt weder einen Plan noch eine genaue Ahnung davon, was auf euch zukommt!“
„Wir könnten zu den Game Freaks gehen und sie dazu überreden, die alten Generationen bestehen zu lassen“, schlug ich vor.
„Während Millionen anderer Kinder weiter ihre Tickets kaufen und ihre Studios mit Filmmaterial füllen?“, spottete Vesco, „Pokémon ist schon lange nicht mehr das, was es mal war, daran könnt ihr auch nichts ändern.“
„Es gibt so viele, die unzufrieden sind!“, rief ich hilflos, „es sind doch nicht nur wir!“
„Was willst DU eigentlich?!“, fauchte Vesco, „du gehörst doch zu diesen ahnungslosen Kleinkindern, die mit Sinnoh aufgewachsen sind und sich nicht wagen, die roten und blauen Tickets anzufassen, weil die Landschaft ihnen zu eintönig ist! ZU EINTÖNIG!“ Er sprang auf. „Die alten Geberationen waren doch die genialsten und ausgefeiltesten sowieso! Weißt du was? Ich scheiß auf Landschaft! Die alten brauchen keine ansprechende Landschaft, weil das Innere einfach perfekt ist! Das, was dahinter steckt, verstehst du? Diese ganzen neuen Welten sind doch alle nur nett verpackt, ganz nach dem Motto: Außen hui, innen pfui!“
Er starrte mich keuchend an. Sein Wutanfall hatte ihn völlig außer Atem gebracht. Das Latias nutzte die Stimmung, um dazwischenzurufen: „Und deshalb müssen wir die alten Generationen vor den Klauen der neuen bewahren! Pokémon frisst sich selbst auf!“
Vesco setzte sich wieder hin. Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Dann stand er auf und verschwand in der Küche, nur um wenig später mit einer Tasse Tee zurückzukommen. Langsam trank er sie aus, fuhr sich noch einmal durch die Haare und stand schließlich auf.
„Versuchen kostet ja nichts. Gehen wir!“


Kapitel 2


Dunkelheit.
„Hm? Was? Es ist schon so spät?“
Ein Monitor flackerte vor uns auf. „Ach nee“, maulte ein Typ neben mir, „auch schon bemerkt?“
„Oh nein! Ich habe verschlafen!“
„Tja, wenn man um diese Zeit noch schläft“, murmelte der Typ, „es ist drei Uhr nachmittags.“
„Das ist ’ne Aufnahme“, flüsterte ich.
Auf dem Monitor wurde das Bild eines lächelnden Professors eingeblendet.
„Oh, entschuldige die Verspätung! Willkommen in der Welt der Pokémon!“, sagte er.
„Weiß ich auch“, antwortete der Typ auf meinen Hinweis, „aber total unrealistisch. Können die nicht eine Aufnahme machen, die nicht so dumm ist?“
Ich schwieg und überlegte still, wer oder was hier eigentlich dumm war.
„Mein Name ist Professor Eich! Man nennt mich auch den Pokémon-Professor“, erklärte der lächelnde Professor.
„So wie drei Affen nach dir“, sagte der Typ, „jeder von euch war ja DER Pokémon-Professor.“
„Ist das dein erstes Abenteuer?“, fragte der Monitor-Professor.
„Nein“, knurrte der Typ.
„Kein Problem! Ich erzähle dir alles über diese Welt, was du wissen musst!“
„ICH SAGTE: NEIN!“
Aus der Ecke des Raumes drang ein „Pscht!“ zu uns. „Selber pscht“, maulte der Typ.
„Diese Welt wird von Wesen bewohnt, die man Pokémon nennt!“, erläuterte Professor Eich ungerührt.
„Hätte ich jetzt nicht gedacht!“, meinte der Typ, „das Projekt hier heißt ja auch nicht zufällig ‚Pokémon’!“
„Jetzt sei doch mal still“, zischte ich.
„Wir Menschen leben mit den Pokémon ein Leben in Freundschaft“, schnarrte der Professor.
„Ach komm, lass mich in Ruhe mit diesem Freundschafts-Gesülze“, spottete der Typ.
„Kannst du mal aufhören, zu reden?“, rief jemand von weiter hinten, „ich versteh nichts!“
„Nee, kann ich nicht“, schrie der Typ frech zurück.
„Wir teilen unsere Freizeit und wir arbeiten zusammen. Manche Menschen setzen Pokémon im Kampf ein und stärken so das Band, das sie verbindet.“
„Ja ja, bla bla. Das weiß ich schon.“ Der Typ seufzte theatralisch. Ich hielt Ausschau nach seinen Kumpels. Wenn sich jemand so verhält, kannst du dir sicher sein, dass irgendwer in der Nähe ist, vor dem er sich beweisen muss.
„Und was ich tue, willst du wissen?“
„Nein, will ich nicht, Alter“, kicherte der Typ. Keiner lachte. Ich blickte nur in genervte Gesichter.
„Ich widme mich der Forschung, damit wir mehr und mehr über die Pokémon lernen.“
„Wozu muss man Viecher erforschen, die künstlich erschaffen wurden?“, fragte der Typ, „ist doch voll dumm.“
...entweder, er muss sich beweisen, oder er ist einfach zu blöd.
“Jetzt bin ich aber langsam neugierig darauf, wen ich da vor mir habe! Bist du ein Junge? Oder bist du ein Mädchen?“
„Ein Mädchen, sieht man doch“, sagte der Typ. Er war eindeutig zu blöd.
Geräte wurden herumgereicht, auf denen man sein Geschlecht eingeben musste. Der Typ gab tatsächlich „weiblich“ ein. Ich musste mir das Lachen verkneifen, als ich an die Bilder von dem Mädchen dachte, die Vesco mir gezeigt hatte.
„Verrätst du mir auch deinen Namen? Wie heißt du?“
„Pimmel“, sagte der Typ und prustete im selben Moment los vor Lachen.
„Weißt du, wie verdammt arm es ist, über seine eigenen Witze zu lachen?“, erkundigte ich mich freundlich bei ihm, während wir auf das Eingabegerät warteten.
„PIMMEL“, brüllte er mir nur ins Gesicht und musste noch mehr lachen. Einige Speicheltropfen landeten auf meiner Wange.
„Also! Bist du startklar?“
„Noch nicht“, dröhnte der Typ, „ich muss noch mal PIPI!“ Und lachte gleich wieder. Ehrlich gesagt, ich musste auch lachen, aber nur über seine Dummheit. Wirklich. Er merkte das leider und verstand es falsch, jedenfalls wirkte er plötzlich so, als fühle er sich in seiner Sache bestätigt.
„Denn gleich tauchst du ein in dein ganz eigenes Abenteuer! Viele Erfahrungen warten auf dich, schöne wie auch traurige!“
„Ah, ich hab verloren“, jaulte der Typ sofort los, „wie furchtbar traurig! Ich muss heulen!“ Und er schluchzte theatralisch los.
„Große Träume und großes Abenteuer! Hier, in der Welt der Pokémon! Leg einfach los!“
„MACH ICH“, kreischte der Typ.
„Wir sehen uns später wieder!“
„Hoffentlich nicht“, gluckste der Typ.
Der Professor wurde ausgeblendet und die Lichter gingen wieder an. „Das Schiff fährt in wenigen Minuten in Neuborkia ein“, verkündete eine Lautsprecherstimme.
„Na endlich!“, freute sich der Typ und lief aus dem Raum. Geht mir genauso, dachte ich.

Nach langem Hin und Her hatten wir uns dazu entschieden, nach Johto zu reisen und dort nach Team Game zu suchen, da dort die alten Generationen lebten und es außerdem nach Johto neuere Tickets gab. Vesco meinte nämlich, dass er mir die alten Länder ja nicht antun könne, weil die Landschaft ja so furchtbar schrecklich sei – ironisch gemeint natürlich. Ich hatte aber keine Lust auf eine Diskussion mit ihm, also hatte ich mir ein neues Goldticket gekauft und war in das Schiff nach Johto gestiegen.
Wir wurden der Reihe nach aus dem Schiff gelotst. Es wurde immer gewartet, bis eine Person aus dem Haus der Mutter und schließlich auch aus dem Labor des Professors gekommen war, damit sich die Helden nicht so sehr über den Weg liefen. Ich war dafür sehr dankbar, denn das bedeutete, dass ich dem Typen aus dem Schiff nicht so schnell wieder begegnen musste.
Ich wurde als dritter aus dem Schiff gelassen, also musste ich nicht so lange warten. Noch bevor ich in das Haus meiner Mutter gehen konnte, wurde ich von Vesco abgefangen.
„He, Latiasfreund!“, rief er.
„Ich bin nicht mit dem Latias befreundet“, begrüßte ich ihn. Er hatte sich angewöhnt, sich ständig neue, alberne Spitznamen für mich auszudenken.
„Dann freust du dich sicherlich auch, dass es weg ist“, sagte er und kam grinsend auf mich zu.
„Was?“, fragte ich entsetzt, „wo ist es hin?“
„Keine Panik“, brummte er, „es sucht nur aus der Luft nach Game Freaks. Ich hab ihm gesagt, ich wäre ganz stolz auf es, wenn es das tun würde. Jetzt sind wir es erst mal los.“
„Geh zu Mutti, verdammt, ich will auch mal“, brüllte vom Schiff her die altbekannte Stimme.
„Wer ist DAS?“, fragte Vesco angewidert.

Als ich das Labor betrat, staunte ich nicht schlecht. Das Gebäude war eine komplette Baustelle. Die Regale waren alle zur Seite geräumt worden, Papier, Staub und Bauschutt bedeckten den Boden und überall liefen Handwerker herum. Ganz hinten stand in der einzigen Ecke, die nicht besetzt war, der Professor. Seine einzige Ausstattung bestand aus einem einfachen Tisch, der sehr danach aussah, als wären in Eile schnell ein paar Bretter aneinander genagelt worden. Darauf stand ein Laptop. Die Maschine aus dem Pokémon-Center war ebenfalls zu Seite geräumt worden, der große Labor-Rechner stand ausgestöpselt neben dem Eingang. Und die tolle Maschine mit den Starter-Pokémon darin, von der Vesco mir auf der Hinfahrt erzählt hatte, konnte ich nirgendwo entdecken.
Als er mich sah, nahm Professor Lind schnell ein Blatt in die Hand, das neben dem Laptop lag und las es hektisch durch. Ich bahnte mir meinen Weg zu ihm durch. Ich stand eine Weile vor ihm und hatte das Blatt bereits als Namensliste der Neuankömmlinge identifizieren können, als er mich dort endlich fand und glücklich zu mir aufsah.
„Ah, da bist du ja, Lucius!“, rief er fröhlich, obwohl ich ja bereits vor ihm stand, „ich habe schon auf dich gewartet!“ Er legte das Blatt wieder auf seinen Tisch. Unter meinem Namen fand ich auf der Liste tatsächlich eine gewisse „Pimmel“, neben die der Professor in Handschrift ein dickes Fragezeichen gekritzelt hatte. Ich musste grinsen. „Weißt du eigentlich, mit was sich meine Forschung beschäftigt? Pokémon in Pokébällen aufzubewahren und sie überall zur Hand zu haben, ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Aber vor der Erfindung des Pokéballs haben die Leute ihre Poké... Aufpassen, das ist einsturzgefährdet hier!!“ Er hüpfte aufgeregt auf und ab. Ich drehte mich um.
Auf einem großen Schutthaufen stand breitbeinig der Amerikaner und schoss begeistert Fotos von einem Bauarbeiter, der verdattert zu ihm heraufglotzte.
„Ah, that looks great“, schrie er begeistert.
Ich bemerkte nun, dass der Schutthaufen eigentlich dazu diente, einen Pfeiler zu stützen, der zur Decke hinaufging, über die sich lange Risse zogen. Dadurch, dass der Amerikaner auf dem Haufen herumsprang, schrumpfte der dieser beträchtlich und der Pfeiler knarrte laut.
„Er versteht kein Deutsch“, erklärte ich dem Professor, der bei dem Anblick sichtlich ins Schwitzen geriet.
„Oh Gott“, schnaufte dieser und kramte offensichtlich in Gedanken sein weniges Schulenglisch zusammen. „Ähm, attention, ja! The, ähm, the wood can... come down!”
Nun war es am Amerikaner, verdattert zu glotzen. Zunächst war es unklar, ob er Lind nicht verstand oder so geschockt über die Tatsache war, dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Erst als der Pfeiler noch einmal nachdrücklich knarrte, geriet er in Bewegung.
Allerdings dachte er gar nicht daran, den Haufen zu verlassen. „Oh, Professor Elm, how nice!“, quiekte er und hüpfte wieder auf und ab.
„Elm? No, my name is Lind“, erklärte der Professor und starrte ängstlich auf den Pfeiler, „please... ähm... leave the Haufen!“
„The WHAT?“ Wenigstens hüpfte er nun nicht mehr.
In diesem Moment kam Vesco ins Labor gestürmt.
„The Haufen!“, versuchte der Professor immer noch verzweifelt zu erklären.
„Vesco“, rief ich, „hol ihn da runter! Das Labor stürzt gleich ein!“
„Hey, McDonald’s, komm da runter“, sagte Vesco lässig. Der Amerikaner drehte sich mit leuchtenden Augen zu ihm um und sprang vom Haufen.
Der Professor atmete auf.
„WIE heißt er?!“, fragte ich entsetzt.
„Das weiß ich nicht“, grinste Vesco, „aber wenn du ‚McDonald’s’ sagst, kommt er sofort.“
„Du hast mein Labor gerettet“, schnaufte Lind erleichtert, „gibt es irgendetwas, was ich für dich tun kann?“
„Das Latias fangen“, brummte Vesco.
„Ähm, was?“
„Sie können doch seine Sprache, oder?“, fiel mir ein.
„Na ja“, stammelte Lind, „es geht... ein bisschen...“
„Auf jeden Fall besser als wir“, meinte Vesco.
„Könnten Sie ihn fragen, was er eigentlich von uns will?“, bat ich den Professor, „vielleicht braucht er ja Hilfe.“
„Dem können nur noch die Männer in den weißen Kitteln helfen“, nörgelte Vesco.
„Ich kann’s versuchen“, murmelte Lind. Er wandte sich an den Amerikaner: „Ähm, McDonald’s?“
Der Amerikaner kam begeistert angesprungen.
„Puh, das funktioniert ja wirklich... Ähm... You... What, ähm, do you want?“ Er grinste mich verlegen an. Offenbar war sein Englisch wirklich nicht mehr so gut.
„Oh“, machte der Amerikaner erfreut, „a BigMac, please!“
„Hä?“, japste der Professor.
„Was hat er gesagt?“, wollte ich wissen.
„Das weiß ich auch nicht so genau“, erklärte Lind verlegen, „vielleicht spricht er einen besonderen Dialekt oder so?“
„Oder Sie müssen Ihre Frage präzisieren“, schlug Vesco vor, der jetzt zu uns getreten war, „vielleicht versteht er Sie nicht.“
„Tja, öh... What do you want... of… ähm, him?“ Er deutete auf Vesco.
„BigMac of Vesco?“, fragte der Amerikaner irrtiert, „I don’t want to eat him. He’s my twin brother!” Am Ende klang er richtig empört.
„Your brother?“, hakte der Professor nach, „he is your brother?“
“Yeah, exactly. My twin brother.” Er wirkte sehr stolz.
„Oh, es scheint, als wäre das dein Bruder“, meinte Lind schließlich zu Vesco und kratzte sich verwirrt am Kopf.
„BITTE, WAS?!“, kreischte der.
„Dein Twin-Bruder. Was auch immer das ist.“
Der Amerikaner sah uns erwartungsvoll an.
„Twin...?“
„What’s your name?“, erkundigte sich Lind.
„Imago“, sagte der Amerikaner.
„Er heißt Imago“, übersetzte Professor Lind für uns.
„Sagt mir nichts.“ Vesco nahm seine Mütze ab und fuhr sich durch’s Haar. „Hören Sie mal“, begann er schließlich, „Sie verstehen ihn ja einigermaßen... Und ich muss ehrlich zugeben, obwohl er mein Twin-Bruder ist, verstehe ich kein Wort von dem, was er sagt... Wir wollten eigentlich zusammen Urlaub in Anemonia City machen, aber jetzt kam mir eine dringende Aufgabe dazwischen, die ich unbedingt erledigen muss, mit Lucy hier...“
„LuciUS“, zischte ich. Er ignorierte mich einfach: „Jedenfalls brauche ich jemanden, bei dem er eine zeitlang wohnen kann. Sie können ja ein bisschen Englisch, also...“
„Oh nein, auf keinen Fall“, rief der Professor.
„...und ich hab schließlich Ihr Labor gerettet...“
„Ich meinte natürlich... gerne...“ Der Professor blickte leidend auf den Boden.
„Das freut mich sehr“, grinste Vesco und klopfte ihm freundlich auf die Schulter.
„Ich dachte, du kennst den Typen nicht?“, raunte ich.
„Tu ich auch nicht“, flüsterte Vesco, „aber so werde ich ihn los.“
Bevor ich protestieren konnte, fiel uns der ahnungslose Lind ins Wort: „Ach Gott, Pimmel, wo war ich stehen geblieben?“
„Pimmel?“, kreischte Vesco.
„Ich bin der darüber“, knurrte ich verzweifelt. War ich denn nur von Idioten umgeben?
„Oh, entschuldige, seh ich auch gerade“, lachte der Professor peinlich berührt, „nun...“
„Sie meinten gerade, er dürfe sich nun ein Pokémon aussuchen“, unterbrach Vesco ihn.
„Erwähnte ich bereits die E-Mail?“
„Ja, sicher.“
„Welche...?“, begann ich, doch Vesco trat mir fest auf den Fuß. „Aua!“, beschwerte ich mich. „Ich will hier schnell raus“, knurrte Vesco leise.
„Okay.“ Der Professor holte tief Luft, setzte ein Lächeln auf und sagte: „Du könntest der Sache doch für mich nachgehen, oder? Was sagst du? Los, du darfst dir dafür auch eins dieser Pokémon hier aussuchen!“


Kapitel 3


„Also gut, Flutschius“, sagte Vesco schließlich. Wir waren auf dem Weg von Rosalia nach Viola City. Das Ei von Mr Pokémon war bereits bei Professor Lind abgeliefert worden, sodass wir jetzt tun und lassen konnten, was wir wollten. „Wir müssen jetzt überlegen, wo wir genau hin wollen.“
„Ähm, warte mal“, wandte ich ein, „ich heiße nicht Flutschius.“
„Wird dein Name nicht so ausgesprochen?“, erkundigte sich Vesco erstaunt.
„Nein“, erwiderte ich genervt. Vesco war echt anstrengend, „ich heiße Lucius.“
„Das Mädel aus Sinnoh heißt nämlich Lutschia, musst du wissen“, erklärte Vesco.
„Ah.“
„Daher nenne ich sie Flutschia.“
„Die Arme.“
„Sie hat mich ja nie kennen gelernt.“
„Nicht?“
„Ich sagte doch, ich war ein Mädchen in Sinnoh.“
„Ach ja.“
Plötzlich sprang direkt vor uns ein Mann aus dem Gebüsch. Er trug schwarze Kleidung, auf der überall ein Zeichen abgebildet war, das stark an ein längliches Ei erinnerte. Anscheinend bemerkte er uns nicht, den er lief nun in ganz gemächlichem Tempo vor uns her.
„Was ist das bloß für ein Zeichen?“, raunte ich Vesco zu.
„Kennst du das nicht?“, knurrte er zurück.
„Irgendwo hab ich es mal gesehen“, flüsterte ich nachdenklich.
„Das ist das Logo von Team Game, du Holzkopf“, zischte Vesco. In diesem Moment drehte sich der Mann zu uns um. Tatsächlich prangte vorne auf seinem Oberteil der Schriftzug „Game Freak“. Ich schrie auf und hörte Vesco noch leise „Mädchen“ schimpfen, als auch der Freak einen Schrei ausstieß. Erschrocken hüpfte er zurück ins Gebüsch.
Wie angewurzelt blieben wir stehen und glotzten das Gebüsch an. „HINTERHER“, brüllte Vesco schließlich und wir warfen uns ins Gestrüpp. Für wenige Sekunden hatten wir mit den Zweigen zu kämpfen, die sich uns mit geballter Kraft in den Weg stellten, dann standen wir wieder auf dem Weg. In der Ferne sah ich den Freak. „Da ist er“, kreischte ich aufgeregt. Vesco war schon losgelaufen. Ich sprintete ihm hinterher, machte dabei so große Schritte wie möglich. Mitten in einem besonders großen und eleganten Satz spürte ich plötzlich etwas Hartes gegen mein Bein knallen. Ich verlor das Gleichgewicht und stürzte zu Boden.
Ein brennender Schmerz durchzuckte meinen ganzen Körper. Für einen Moment konnte ich nur liegen bleiben und warten, bis die erste Schmerzwelle vorbeigeschwappt war. Schließlich drehte ich mich ächzend um und blinzelte. Direkt über mir schwebte ein Gesicht, das mich mit zusammengekniffenen Augen eingehend musterte. Als es sah, das ich mich bewegte, erhob es sich wieder und ich sah einen kleinen Jungen neben mir stehen, der jetzt siegessicher auf mich herabsah.
„Eigentlich bin ich hier, um mein Team nach einer Niederlage aufzustocken...“, grinste er, „aber du wirkst wie ein Schwächling auf mich.“
„Ähm, was?“, machte ich, „ich bin...“
„Prima!“, kreischte er, „dich knöpfe ich mir vor!“ Er warf einen Pokéball nach mir, der mich schmerzhaft am Kopf traf. Kurz darauf saß ein Rattfratz auf mir und quiekte mich an.
„Rattfratz, Rutenschlag!“, brüllte der Junge, und das Rattfratz schlug mit seinem Schwanz nach meinem Arm. Es fühlte sich mehr an, als würde mich jemand anstupsen.
„Ey, warte mal“, beschwerte ich mich, „ich hab noch gar kein Pokémon draußen!“ Der Junge schwieg. Also nahm ich sein Rattfratz und setze es neben mir auf dem Boden ab. Vorsichtig setze ich mich auf, denn mein Körper schmerzte immer noch ziemlich von dem Sturz. Plötzlich war mir schwindelig und die Welt verschwamm vor meinen Augen. Ich tastete nach einem Pokéball.
„Karnimani“, murmelte ich.
„Das ist dein Taubsi, du Trottel“, hörte ich Vescos Stimme hinter mir. Er legte mir einen anderen Pokéball in die Hand, „sogar zu unfähig, ein Pokémon zu rufen! Ein toller Held bist du mir!“ Er half mir, auf die Beine zu kommen.
„Karnimani, los!“, rief ich und warf den Pokéball mit dem Karnimani in die Richtung, in der der Junge stand. „Aua“, machte er.
Ich lachte ziemlich blöd. Wahrscheinlich hatte der Sturz mein Gehirn geschädigt oder so.
„Rattfratz, Tackle!“, kreischte der Junge. Meine Sicht wurde wieder klar. Er sah ziemlich sauer aus. Wahrscheinlich hatte ich ihn hart getroffen. „Geschieht dir recht“, murmelte ich.
Das Rattfratz rannte unbeholfen auf mein Karnimani zu, das einfach dumm stehen blieb und der Hieb erwartete.
„Aquaknarre!“, befahl ich. Das Karnimani holte tief Luft und drückte seine schmächtige Brust hervor.
„Mach hinne“, maulte Vesco, „der Freak wartet bestimmt nicht auf uns.“
Völlig ungerührt blies sich das Karnimani noch weiter auf und spritzte schließlich ein paar kümmerliche Wassertropfen auf das Rattfratz. Dieses fiel wie auf Kommando einfach zur Seite um.
„Oh nein!“, jaulte der Junge und schlug theatralisch die Hände vor sein Gesicht, „jetzt sind mir die Pokémon ausgegangen!“ Er streckte die Hand mit dem Pokéball aus und holte das Rattfratz zurück. Ich machte dasselbe mit dem Karnimani und wandte mich zum Gehen. Ich war kaum ein paar Schritte weit gegangen, da spürte ich das vertraute Knallen an meinem Bein. Diesmal fing ich den Sturz mit den Händen auf und fuhr herum.
„Bist du übergeschnappt?“, schrie ich, „du hast mir ein Bein gestellt!“
„Gibst du mir deine Telefonnummer?“, fragte der Junge ungerührt, „so können wir uns zu noch mehr Kämpfen verabreden.“
Ehrlich gesagt hatte ich absolut keine Lust, noch mal gegen den Kleinen kämpfen zu müssen.
„Gib sie ihm“, raunte Vesco, „du brauchst ja nicht kommen, wenn er anruft. Mach ich auch nie!“
Wiederwillig gab ich dem Jungen meinen PokéCom. „Da“, knurrte ich, „trag deine Nummer ein!“ Er gab mir seinen ebenfalls und ich tippte gereizt meine Nummer ein. Nachdem wir uns unsere PokéComs zurückgegeben hatten, rief er glücklich: „Prima! Ich rufe an, sobald mir wieder nach einem Kampf ist.“ Und dann strahlte er mich mit einem breiten, wie eingefroren auf seinem Gesicht sitzenden Grinsen an.
Vesco packte meinen Arm und zog mich weiter. „Alter“, sagte ich. Und das ist sehr ungewöhnlich, denn ich hasse dieses Wort. Wenn ich es sage oder allgemein gezwungen bin, diese „Alter-Sprache“, zu sprechen, komme ich mir irgendwie immer ein bisschen ungebildet und asozial vor. „Alter“, wiederholte ich, „ist das hier krass sinnlos.“ Und ich machte das noch nicht mal mit Absicht.
„Kannst du nicht mehr sprechen, oder was?“, knurrte Vesco, „mach gefälligst den Mund zu!“
Ich machte den Mund zu.
„Das ist Pokémon“, predigte Vesco, „Sinnlosigkeit ist hier der Sinn! Das ist doch gerade das Lustige an diesem Abenteuer!“
In diesem Moment wurde ich von hinten unsanft angestoßen. „WAS WILLST DU DENN NOCH? LASS MICH ENDLICH IN RUHE“, brüllte ich verzweifelt.
„Wir haben uns Tage nicht gesehen! Was ist denn los mit dir?“
Ich drehte mich verblüfft um. Hinter uns schwebte das Latias und sah mich besorgt an.
„Er ist gestürzt“, sagte Vesco, „sein Hirn hat was abbekommen.“
„Oh“, machte das Latias traurig.
„Nein, nein“, murmelte ich erschöpft, „mir geht’s gut.“
„Was gibt’s?“, fragte Vesco.
„Ich hab einen Freak gesehen“, berichtete das Latias aufgeregt, „er kam von Rosalia City und floh in Richtung Viola City! Wovor der wohl Angst hatte? Vielleicht haben ihn einige Pokémon aus den alten Generationen verfolgt!“ Es schlug aufgeregt mit den Pfoten durch die Luft. „Geschähe ihm recht, diesem... diesem Freak!“
„Wenn wir seit neuestem Pokémon sind, stimmt das sogar“, brummte Vesco und fuhr sich mit der Hand durch’s Haar. Jedenfalls hatte er das vor, blieb aber bei seiner Mütze hängen und riss sie sich fluchend vom Kopf. „Scheiß Mütze“, kreischte er, „ich hasse diese scheiß Mützen! Ich weiß schon, warum ich kein Ticket mehr benutzt habe! Alles wegen dieser scheiß Mützen!“
„Ihr seid Pokémon?“, fragte das Latias erstaunt, „ihr seht aber noch genauso aus wie vorher!“
Vesco bewarf es mit der Mütze in seiner Hand. „Nein, wir sind keine Pokémon“, keifte er, „aber du bist eins, und zwar ein ganz Dummes!“
„Wir sollten vielleicht den Freak verfolgen“, warf ich dazwischen.
„Der ist doch eh schon weg“, fauchte Vesco und beugte sich zu dem Latias vor, „weißt du, was man mir mal erzählt hat, als ich mir mein erstes Silberticket gekauft hatte und mich gerade auf den Weg machen wollte? Irgendjemand warnte mich davor, mein Pokémon nie auf Level 100 zu trainieren, weil es dann stirbt. Vielleicht sollte ich DICH doch mal fangen und auf Level 100 trainieren. Was für die alten Silbertickets gilt, das gilt doch wohl auch für die neuen, oder?“
„Nein!“, quiekte das Latias entsetzt.
„Aber das ist doch...“, begann ich, doch Vesco trat mir auf den Fuß. „Aua!“
„Komm jetzt“, knurrte er und packte mich am Arm, „wohin ist der Freak geflohen? Nach Viola?“
„Ja, aber er ist doch jetzt schon längst weg!“, sagte ich hilflos.
Vesco blieb stehen. „Stimmt.“ Er betrachtete mich nachdenklich.
„Ich könnte ihm hinterherfliegen!“, rief das Latias und schlug ein paar begeisterte Loopings, „ich wäre schnell wie der Wind! Und wenn er aus dem Pokécenter kommt...“
„Ich hab dir doch gesagt, du sollst deinen Sinnoh-Beutel mitschmuggeln, oder?“, fragte Vesco.
„Ja.“
„...ahnungslos auf die Straße tritt, dann werde ich vom Himmel herabstürzen, einem Racheengel gleich!“
„Hast du ihn?“
„Warte...“ Ich kramte in meinem Rucksack.
„Und von der Wucht meines Auftretens beeindruckt, wird er zu mir heraufschauen und fragen: ‚Wer bist du?‘“
„Hier.“
„Gut, such dein Fahrrad heraus. Damit geht’s schneller...“
„Und ich werde ihm mit Donnerstimme antworten: ‚Ich bin der König der Pokémon, ausgesandt von den Ältesten der ältesten Pokémon, dich zu vernichten!‘“
„...und die nervigen Trainer erwischen dich nicht so leicht.“
„Okay.“ Ich kramte in meinem Beutel.
„Und er wird vor Ehrfurcht auf die Knie sinken und um Gnade flehen! Doch ich werde gnadenlos sein!“
Ich fand das Rad und klappte es auseinander.
„Unbarmherzig!“
Diese Pokémon-Räder sind sehr praktisch. Man kann sie so zusammenfalten, dass sie neben Tränken, Pokébällen, TMs und Beeren trotzdem noch in jede Tasche passen.
„Und am Ende wird er winselnd zu meinen Füßen kriechen! Doch ich werde... HEY, WO WOLLT IHR HIN?!“

„Du hast aber auch echt keine Ahnung, wann man seine Klappe hält, oder?“, zischte Vesco, während das Latias kreischend versuchte, uns einzuholen. Für einen Racheengel oder gar den Pokémon-König war es ganz schön langsam. Die Ältesten der ältesten Pokémon würden vermutlich eher den Jungen mit den Rattfratz aussenden, um die Freaks zu besiegen.
„Hä, wieso?“
„Manchmal ist eine Notlüge unumgänglich! Wenn du dein ganzes Leben lang nur brav und ehrlich bist, bringst du es nicht weit.“
„Wovon redest du?“
„Von der Sache mit dem Tod bei Level 100!“
„ Ich wollte dir nur sagen, dass das nicht stimmt, da...“
„Das weiß ich selbst! Aber das Latias weiß es nicht, darum...“
Schweigen.
„Darum...?“
„Darum halt.“
Schweigen.
„Hä?“
„Ach, vergiss es. Weis mich zukünftig einfach nicht mehr darauf hin, wenn ich Unsinn erzähle, okay?“
„Na gut.“
Schweigen.
„Sag mal, wie schnell fährst du eigentlich?“, schnaufte Vesco plötzlich. Ich bemerkte, dass er hinter mir zurückgefallen war.
„Ich fahre ganz normal“, sagte ich erstaunt und betrachtete meinen Lenker, „aber, warte, wenn ich hier auf den Knopf drücke, schaltet das Rad in einen anderen Gang um, der ist langsamer.“
„Dann tu das bitte, Johto-Räder haben nur einen Gang!“
Ich drückte auf den Knopf und Vesco sauste an mir vorbei.
„So langsam hab ich den ersten Gang gar nicht in Erinnerung!“, brüllte er mir aus einiger Entfernung über die Schulter zu.
„ICH BIN JA AUCH GEGEN EINEN BAUM GEFAHREN, DU IDIOT!“


Kapitel 4


Wir erreichten Viola City wenige Minuten später. „Lasst uns gleich am besten getrennt durch die Stadt gehen“, schlug Vesco vor, als wir das Pokémon-Center betraten.
„Warum?“, fragte ich.
„Du kommst hier nicht weg, ehe du nicht durch den Knofensa-Turm bist und deinen ersten Orden in der Tasche hast“, erklärte Vesco, „aber wir müssen den Freak finden, bevor er die Stadt verlässt, oder zumindest sicher gehen, dass er sich nicht hier versteckt hat und wir ihn zurücklassen, wenn wir weitergehen. Daher wäre ich dafür, dass du hier dein Programm absolvierst und ich nach dem Freak suche.“
„Klingt einleuchtend“, gab ich zu, „aber was ist mit dem Latias?“
Vesco seufzte.
„Wo ist es überhaupt?“, fügte ich hinzu und sah mich suchend um.
„Da hinten“, sagte Vesco und deutete in Richtung Treppe. Tatsächlich stand dort das Latias in seiner Menschenform und redete mit einem großen dunkelhaarigen Mann. „Aber da kann es auch bleiben. Erfahrungsgemäß merkt es nicht, wenn wir uns jetzt verdrücken, also sollten wir die Chance nutzen und... Duck dich!“ Vesco sprang hinter den Tresen und legte sich dort flach auf den Boden. Ich glotzte ihn verdattert an.
„Kennst du einen gewissen ‚Castor‘?“, hörte ich die Stimme des Latias direkt neben mir. Es sah mich nachdenklich an.
„Nein“, antwortete ich.
„Er sagt, er sei sehr berühmt“, wandte das Latias ein.
„Hier vielleicht“, sagte ich, „in Johto.“
„Das stimmt“, seufzte das Latias erleichtert, „wo ist eigentlich Vesco?“ Es drehte sich im Kreis. Ich sah in Richtung Tresen, wo Vesco immer noch lag und wild in meine Richtung gestikulierte. Verwirrt runzelte ich die Stirn. Er zog sich die Mütze ins Gesicht und streckte alle Viere von sich. Als ich gerade etwas zu ihm sagen wollte, kicherte das Latias neben mir: „Guck mal, der komische Typ da!“
„Wo?“ Nun drehte ich mich im Kreis.
„Ich meine den, den du die ganze Zeit angestarrt hast!“
„Ach so, aber das ist doch...“
„Wahrscheinlich hat er das mit dem ‚Speichern gleich Ausruhen‘ missverstanden und meint, er müsse sich schlafen legen“, lästerte das Latias, „hey, du! Speichern kannst du mit dem Ding unter deinem PokéCom!“
Vesco regte sich nicht.
„Ich glaube, er weiß...“, begann ich, wurde aber wieder vom Latias unterbrochen.
„Anscheinend schläft er wirklich!“, rief es erstaunt, „na dann komm, lass uns draußen nach Vesco suchen... Meine Güte, die sehen ja echt alle gleich aus hier!“ Es nahm meine Hand und zog mich aus dem Poké-Center. Als ich mich an der Tür noch einmal umdrehte, war Vesco aufgestanden und fuhr sich selbstzufrieden grinsend durch die Haare. Jedenfalls hatte er das vor... Sein Gezeter ging im mechanischen Surren der Tür unter.
Draußen piepste mein PokéCom. „Oh!“, quiekte das Latias begeistert, „du wirst schon angerufen!“
Ich konnte seine Begeisterung beim besten Willen nicht teilen: „Teenager Julian“ blinkte auf dem Display. Mein Schienbein pochte schmerzhaft.
„Wer ist denn das?“, fragte das Latias neugierig, doch bevor ich ihm antworten konnte, drückte es den grünen Knopf.
„BLA*“, quäkte Teenager Julian aus dem Lautsprecher, „BLA*!“
„Ähm, was?“
Es klickte geräuschvoll und der blinkende Schriftzug verschwand vom Display. Das Latias neben mir kreischte vor Lachen wie ein Kleinkind und hüpfte auf und ab. Ich wartete darauf, dass es begeistert in die Hände klatschte, doch es beruhigte sich wieder.
„Also gut, wo suchen wir zuerst?“, fragte es.
„Hä?“, machte ich, in Gedanken immer noch bei Teenager Julians Rattfratz.
„Vesco ist doch weg“, sagte das Latias beleidigt.
„Ach ja...“, ich senkte den Arm mit dem PokéCom wieder, „er meinte vorhin, ich solle erst in irgendeinen Myrapla-Turm oder so und dann zur Arena und er wolle den Freak suchen.“
„Nun gut, dann geh zu diesem Turm. Ich suche Vesco und helfe ihm dann!“ Es guckte möglichst entschlossen und wollte schon losmarschieren, als ich es zurückhielt. „Ähm, wo treffen wir uns, wenn wir alle fertig sind?“
„Am besten vor der Arena“, beschloss das Latias und stapfte los. Sein Gang erinnerte tatsächlich mehr an das mühsame Stapfen durch Schnee, so unbeholfen setzte es seine Füße auf. Wahrscheinlich war es das Laufen nicht gewohnt, denn als Pokémon musste es schließlich nur durch die Gegend schweben.
Ich drehte mich um, um den Turm zu suchen und sah Vesco in einer Gruppe von anderen Helden aus dem Poké-Center schleichen. Er ging geduckt und auf Zehenspitzen direkt an der Wand des Gebäudes entlang, die Mütze wieder tief ins Gesicht gezogen. Im Schatten seiner Haare konnte ich seine Augen ausmachen, die wild hin und her huschten. Als er am Center vorbei war, rannte er demonstrativ los, als wäre eine Herde Tauros hinter ihm her. Einige Leute sahen ihm interessiert nach.
Ich zuckte mit den Achseln und schlenderte gemütlich die Straße entlang. Viola City war viel kleiner als Jubelstadt, die dritte Stadt von Sinnoh, und erschien mir sogar kleiner als Erzelingen, wo ja die erste Arena steht. Aber auch hier gab es neben einigen kleinen Häusern die große Arena zwischen der Trainerschule, an die ich mich noch gut aus meinem ersten Abenteuer erinnern konnte, und dem kleinen Markt.
Beim Anblick des leuchtend blauen Daches fiel mir ein, dass ich noch immer keine Pokébälle gekauft hatte und für Turm und Arena eventuell noch einige Tränke einstecken sollte. Während ich auf den Markt zusteuerte, genoss ich es, einmal nicht permanent angemault zu werden, weil ich zu langsam war oder in Ruhe die Leute auf der Straße antippte, um ihre auswendig gelernten Sätze anzuhören. Ich war es zwar gewohnt, während meines Abenteuers in meinen Möglichkeiten eingeschränkt zu sein, weil irgendwelche Typen aus fadenscheinigen Gründen die Straße nach XY blockierten, bis ich den und den Orden oder dieses und jenes Item erhalten hatte und sie auf rätselhafte Weise verschwanden, oder weil ein kleiner Zertrümmerer-Stein auf dem einzigen Quadratmeter lag, der den Durchgang zu Route 1337 gestattete und über den ich partout nicht hinüber klettern durfte, weil das Skript es verbot. Aber ich war es nicht gewohnt, von einem angenervten Ex-Helden und seinem Fangirl dazu gezwungen zu werden, mein Sinnoh-Fahrrad nach Johto mitzuschmuggeln, nur um nicht mehr von schlechten Schauspielern mit schwachen Rattfratz angegriffen zu werden, damit wir genug Zeit hatten, die Schergen der Projektleiter zu verfolgen.
Ich kaufte einige Tränke und Pokébälle. Da ich gehört hatte, dass der Arenaleiter Flug-Pokémon trainierte, verzichtete ich auf Para-Heiler und Gegengift, um Geld zu sparen, in dem ich spätestens nach der Pokémon-Liga eh baden würde. Schade eigentlich, dass man damit nur auf den Inseln einkaufen kann.
Als ich den Markt verließ, rannte ein kreischender Game Freak an mir vorbei, dicht gefolgt von einem brüllenden Vesco, der nun nicht mehr wirkte, als würde er von einer Herde Tauros verfolgt, sondern wie der Anführer der Herde höchstpersönlich. Mit etwas Verspätung sauste auch ein qiekendes Latias am Markt vorbei. Einige Leute sahen ihnen interessiert nach.
Offenbar interessieren sich die Leute sehr für Tauros.
Ich stand einige Sekunden unbeteiligt vor dem Markt herum, noch immer erfüllt von innerer Ruhe und Zufriedenheit, ehe mir einfiel, dass ich ihnen eigentlich hinterherrennen sollte.
Das menschliche Gehirn mag zwar durchaus sehr leistungsfähig sein, ist aber ein ziemliches Gewohnheitstier. Den allmorgendlichen Weg zum Kühlschrank findet ein jeder locker im Halbschlaf und auch den Wecker schaltet man so automatisch aus, dass man beinahe schwören könnte, man wäre es nicht selbst gewesen, sondern vielleicht die Hempels oder gar ihr Sofa. Konfrontiert einen das Leben aber mit einer Situation, die von Liebhabern schöner Wörter mit „grotesk“ oder Ähnlichem benannt wird, so scheint das Gehirn sich plötzlich abzuwenden und zu sagen: „Schau mich nicht so an, DAFÜR bin ich nicht zuständig! Hätte mir einer gesagt, dass ich sogar solche Situationen einigermaßen zügig bearbeiten muss, hätte ich den Job NIE IM LEBEN angenommen! Schau selbst, wo du bleibst, du Pappnase, und sei dankbar, dass ich wenigstens das Atmen für dich erledige!“
Als ich jedenfalls darauf kam, ihnen hinterherzulaufen, waren sie bereits einmal zum Durchgangshäuschen und wieder zurück gelaufen und kamen gerade in umgekehrter Richtung wieder am Markt vorbei.
Entweder war der Freak sehr sportlich oder aber Vesco war geschmuggelte Fahrräder schon so gewohnt, dass er das Laufen verlernt hatte – jedenfalls kamen dieses Mal zuerst ein kreischender Freak, kurz darauf ein quiekendes Latias und erst Sekunden später ein mitleiderregend schnaufender Tauros-Opa an mir vorbei. Mittlerweile hatte sich mein Gehirn wohl doch mit dem Gedanken anfreunden können, an der Verfolgungsjagd teilzunehmen, und so rannte ich schreiend an Vesco vorbei dem Latias hinterher.
Der Freak vor uns drehte sich gehetzt um und bemerkte, dass das Latias unaufhörlich aufholte. Also hörte er auf zu kreischen und nestelte an seinem Gürtel herum, an dem einige Pokébälle hingen. Er entließ ein Staralili, das unglücklich hinter ihm her hoppelte und natürlich nicht mit seinem Tempo mithalten konnte.
„Fliegen!“, kreischte der Freak verzweifelt, da das Latias ihm nun wirklich gefährlich nahe kam. „Nach Azalea City!“
„Tu’s nicht!“, jaulte Vesco dem kleinen Pokémon zu, was natürlich keine Wirkung hatte. Wild mit den Stummelflügelchen schlagend erhob es sich in die Luft. Der Freak schlug beinahe einen Haken, als er vor dem anderen Durchgangshäuschen, an dem wir mittlerweile angelangt waren, umdrehte, unter dem Latias durch tauchte und sich mit letzter Kraft seinem tapferen Staralili entgegen warf.
Unter lautem Gepiepse flatterte es nun in die Höhe, während der Freak sich strampelnd an seinem schmächtigen Körperchen festklammerte. Immer noch schreiend sprang ich ihm hinterher und bekam einen Fuß zu fassen. Scheinbar mühelos flog das Staralili weiter gen Himmel. Der Freak trat wild um sich und warf mich beinahe ab, doch glücklicherweise erwischte ich auch noch seinen anderen Fuß. Plötzlich zog irgendetwas an meinen Beinen und ein Blick nach unten offenbarte mir, dass Vesco meinem Beispiel gefolgt war und nun zappelnd an meinen Füßen hing. Ungerührt stieg das Staralili weiter im selben Tempo empor.
„Ich hab Höhenangst“, kreischte der Freak, „lasst mich runter!“
„Du kannst runter, wenn du deinem scheiß Vogel sagst, dass er landen soll!“, brüllte Vesco zornig.
Doch der Freak schien ihn nicht zu hören. „Lasst mich in Ruhe! Ich will nicht! AAAAAAAH!“ Er fing wieder an zu treten und ich schrie ebenfalls los.
„Was ist los?!“, rief Vesco panisch, „stürzen wir ab?!“
„Wir stürzen ab?“, kreischte der Freak, „ich will nicht sterben!“
„Ich auch nicht!!“, jaulte Vesco entsetzt.
„Ich bin noch zu jung!“
„Ich hätte mich nie auf diesen Mist hier einlassen sollen! Nur weil dieses blöde Latias kam und...“
„Meine Mama sagte immer: ‚Unser kleiner Wolfgang wird mal ein ganz Großer!‘ Aber wie soll ich denn ein Großer werden, wenn ich jetzt sterbe!“
„Alles wegen dieses blöden Latias! Verflucht sei es! Hoffentlich fällt ihm Flutschi auf den Kopf und reißt es mit in den Tod!“
„Wolfi stürzt ab! Begraben unter einem Pokémon!“
„HÖR AUF ZU STRAMPELN, ICH FALLE GLEICH!“, brüllte ich dazwischen.
„Was macht das schon?“, kreischte der Freak, „hast du keine anderen Sorgen? Wir stürzen ab und du beschwerst dich, dass du gleich abstürzt!“
Ich sah eine gelbe Mütze an uns vorbei schweben.
„...wegen des Latias! Alles wegen... WO IST MEINE MÜTZE?! AAAAARRRR, DIESE SCHEISS MÜTZEN! ICH WEISS SCHON, WARUM ICH IMMER WIEDER IN SOLCHE SITUATIONEN GERATE!! ALLES WEGEN DIESER SCHEISS MÜTZEN!!“
„Maaaaaamaaaaaaaa! Rette miiiiiiich!“
Mein PokéCom piepste.
„Jedes Mal, wenn ich eine dieser scheiß Mützen aufsetze, gerate ich in irgendein lächerliches Abenteuer!“
Mein PokéCom piepste.
„Staralili! Wenn ich tot bin, fliegst du zu Mama du sagst ihr... Ooohhhh... Ich... WOLFI HAT SIE SO LIHIIIEB!“
Er fing an, herzzerreißend zu schluchzen.
„Und... sie soll sich... keine Sorgen machen... Ooooohhhhh...“
Mein PokéCom piepste.
„Geh endlich dran, du MÜTZE! Ich werde wahnsinnig... GEH DRAN!“
Ich zog mich ächzend an den Beinen des Freaks hoch, der mittlerweile ruhig da hing und sich seinem „Schicksal“ ergeben hatte. Das Staralili flog noch immer ruhig über die weite grüne Fläche Johtos. In der Ferne konnte ich das Meer sehen. Schließlich hatte ich mich so weit nach oben gezogen, dass ich mit der Stirn die grüne Taste meines PokéComs betätigen konnte. Erleichert ließ ich mich wieder nach unten sinken.
„BLA!“, plärrte die altbekannte Stimme und Schreckensvisionen flammten in grellem Rattfratzlila vor meinem inneren Auge auf.
„ES INTERESSIERT MICH NICHT!“, brüllte ich gequält.
„BLA!“
„Nein! Nein, verdammt!“ Mein Geschrei erinnerte mich unangenehm an die Art, auf die Vesco sich auszudrücken pflegte.
„Vergiss es“, rief dieser von unten. Er schien über den Verlust seiner Mütze hinweggekommen zu sein und hatte wahrscheinlich schon längst gemerkt, dass wir keinesfalls im Begriff waren, abzustürzen, „er antwortet dir nicht. Diese ‚Telefongespräche‘ sind reine Monologe!“
„BLA!“
Es klickte und angenehme Stille füllte den Luftraum über Johto.
Einige Minuten flogen wir noch so dahin. Meine Hände schmerzten und fühlten sich langsam taub an.
„Warum habt ihr denn gerade die ganze Zeit geschrieen?“
Die vertraute Stimme des Latias weckte neue Lebensgeister in Vesco. „Hau ab, du blödes Viech!“, schrie er, „alles nur wegen dir!“
„Ich hab doch gar nichts gemacht!“, sagte das Latias erstaunt.
„Sieh mich an! SIEH MICH AN! Findest du diesen Aufzug angemessen für einen alten Helden wie mich?“
„Hier ist nirgendwo ein Aufzug! Wir sind mitten in der Luft!“
„DAS IST ES JA! Ich hänge an irgendeinem dummen Flutschi, der an einem verweichlichten Pseudo-Rüpel hängt, der an einem hässlichen kleinen Federviech hängt! Und ich hab noch nicht mal mehr eine Mütze!!“
„Ich dachte, die Mütze sei scheiße“, wunderte ich mich.
„Was ist ein Held ohne Mütze? Jede dahergelaufene Rotzgöre hat eine Mütze!“
„Du kannst meine haben“, schlug ich vor, „ich hab noch die aus Sinnoh im Beutel.“
„DANN GIB MIR GEFÄLLIGST EINEN ANDEREN GRUND ZUM RUMSCHREIEN!“
„Ähm...“
„Aaah! Aua!“ Blätter raschelten. Kurz darauf spürte auch ich, wie Zweige an meinen Beinen entlangschrammten. Der beißende Gestank von verbranntem Holz drang in meine Nase. Ein letztes kurzes Rascheln und wir schwebten wieder in der bloßen Luft. Vesco unter mir stieß einen langen Fluch aus, in dem viele Latias und Mützen vorkamen.
„Fnarp“, sagte er plötzlich.
„Was hast du gesagt?“, rief ich, „ich habe ‚fnarp‘ verstanden! Ah, Vesco, du hast meine Beine losgelassen! Vesco...? Vesco!“
Dann spürte ich Boden unter den Füßen und meine Hände lösten sich dankbar von den Knöcheln des Freaks. Leider hatten sie sich nicht mit meinen Beinen abgesprochen, denn die knickten, überrascht darüber, plötzlich wieder einen Körper tragen zu müssen, sofort ein. Eine Weile saß ich benommen auf dem Boden und Vesco musste es ähnlich ergehen, denn er schwieg nun.
„Aaaaah, das Paradies!“, durchbrach die Stimme des Freaks die Stille. Ich blinzelte verwirrt. Der Freak lag einige Meter vor mir im Gras und hatte die Augen geschlossen. Ein seliges Lächeln lag auf seinen Lippen. Das Staralili saß erwartungsvoll neben ihm. Vesco war nirgends zu entdecken.
„Der süße Duft von Gras und frischer Luft! Ähm, nicht frisch...“ Er schnupperte irritiert, lächelte dann aber weiter. „Die himmlischen Restaurants! Frischer Bratenduft liegt in der Luft! Hehe, das reimt sich!“
Ein Flegmon kam ins Bild getrottet, blieb neben dem Freak stehen und beugte sich über ihn.
„Ah, und die Sonne wird verdeckt von einem weißen Engel, der zu seiner goldenen Harfe greift, um mich willkommen zu heißen...!“ Er schlug verzückt die Augen auf. „Oh, holder...!“ Das Flegmon gähnte ihn gelangweilt an und ging weiter.
„Ein, ähm... Pokémon? Was macht das denn hier?“
„Vermutlich lebt es hier, Freako“, knurrte Vesco. Er saß hinter mir. „Azalea City ist bekannt für seinen Flegmon-Brunnen.“
„Azalea...?“ Er glotzte Vesco eine Weile an. „Ein Held...?“
„Und zwar der Größte!“, quiekte das Latias und schwebte vom Himmel auf den Freak herab. Dessen Erinnerung kehrte schlagartig zurück.
„Oh nein!“, kreischte er, „nicht du!“
„Wenn er sich nicht gerade für tot hält, kann er offenbar nur kreischen“, flüsterte Vesco mir ins Ohr, „der arme Kerl. Muss eine schreckliche Kindheit gehabt haben.“
„Verschwindet!“, kreischte der Freak, „ich verschwinde jetzt auch!“ Er holte sein Staralili in seinen Pokéball zurück und rannte los.
Vesco sprang sofort auf und zog mich unsanft auf die Beine. „Wir verschwinden gerne mit dir!“, schrie er ihm hinterher und jagte los.
Mein PokéCom piepste.
Vesco riss ihn mir aus der Hand, hob ab und brüllte sofort einen Schwall an Schimpfwörtern hinein. Sein Vulgärvokabular muss schier unendlich sein. Manche Ausdrücke, die er verwendete, kannte selbst ich noch nicht, obwohl zuhause an meiner Schule genug Asis rumlaufen, die davon einen ähnlich verschwenderischen Gebrauch machen wie Vesco. Und keines davon war bestimmt auch nur im Entferntesten für eine Pokémon-Welt vorgesehen.
„...BLA...“
Vesco holte tief Luft, als bereite er sich auf das schrecklichste alle Schimpfwörter vor, das ihm in den Sinn kam, den König der Vulgärausdrücke sozusagen.
„...BLA...“
„SEI STILL, DU MÜTZE!!“
Schweigen. Wir liefen immer noch. Der Freak verschwand gerade in einem Durchgangshäuschen am Rande der Stadt. Vesco keuchte schwer.
„Ihr seid ganz schön anstrengend, ihr arroganten Helden, wisst ihr das eigentlich?“, krähte Teenager Julian.
„Was?“, schnappte Vesco verblüfft.
„Du hast mich ganz genau verstanden! Ich hab keinen Bock, mich ständig von euch beschimpfen lassen zu müssen!“
Wir rissen die Tür zum Durchgangshäuschen auf.
„Sag mal, hast DU denn eine Ahnung, wie nervig es ist, ständig von einem kleinen Bengel angerufen zu werden, der einem in den UNMÖGLICHSTEN Situationen von seinem RATTFRATZ erzählt?!“, ereiferte sich Vesco und sprang aus dem Durchgangshäuschen, „wir verfolgen gerade einen...“
„Ist mir doch piepegal, wen oder was ihr verfolgt! So wichtig kann es eh nicht sein, denn in diesem...“
„Hast du eine Ahnung!“, schnaufte ich, „Team Game will die alten Generationen komplett abschaffen und dazu gehört dein blödes Rattfratz auch, wie du vielleicht weißt!“
Vesco schrie auf.
„Sie wollen WAS?! Das Rattfratz interessiert mich nicht, aber...“
Ich schrie ebenfalls auf. Der Freak rannte gerade in einen Baum...
„...es gibt so viele tolle Pokémon in den alten Generationen! Deshalb habe ich mich ja auch für den Job in Johto entschieden...“
...und kam auf der anderen Seite wieder heraus! Atemlos vor Schreck starrten wir ihm nach, bis seine Gestalt sich im Schatten der Bäume verloren hatte.
„Ihr nehmt mich nicht auf den Arm, oder? Das ist unglaublich! Wie hieß dieses Team noch gleich? Game? Hallo? Hieß es Game? Hey, Held! REDE MIT MIR!!“
„Was für ein nerviges Kind“, murmelte Vesco, den Blick immer noch auf die Bäume gerichtet, in denen der Freak verschwunden war.
„Wenn du nichts sagst, lege ich auf und rufe dich alle fünf Minuten an!“
Ich spielte mit dem Gedanken, den PokéCom einfach hier zwischen den Bäumen zu vergraben und einen neuen anzufordern.
„Alle ZWEI Minuten! Na, wie gefällt dir das? ANTWORTE!!“
„Erlaubt dein Skript das überhaupt?“, erkundigte sich Vesco. Stille breitete sich am anderen Ende der Leitung aus. Ich hatte schon Angst, Vesco sei nicht schnell genug gewesen und der Junge würde sein grausiges Vorhaben in die Tat umsetzen. Meine Augen suchten die Umgebung nach einem geeigneten Platz zum Graben ab.
„Ähm“, machte der Junge schließlich, als ich mich gerade für eine kleine Senke am Fuße einer riesigen Eiche entschieden hatte, „keine Ahnung... Müsste ich mal nachsehen... Warte...“ Man hörte das Geraschel von Papier. „Oh, Mist, da kommt gerade wer! Ich ruf dich gleich zurück, ja? Sag mal deine ID-Nummer.“
„Wie?“
„Deine ID, du Dummkopf! Auf deinem Trainerpass. Die Nummern in meinem PokéCom sind unter IDs abgespeichert, damit es keine Dopplungen bei den Namen gibt.“
„Oh, ach so...“ Ich kramte in meinem Rucksack.
„Eigentlich bin ich hier, um mein Team nach einer Niederlage aufzustocken...“, sagte Teenager Julian.
„Ah, hier!“ Ich suchte auf dem Pass nach der ID-Nummer.
„Aber du wirkst wie ein Schwächling auf mich“, tönte es aus dem PokéCom.
„Hey, Julian, ich hab’s! Du heißt doch Julian, oder?“
„Prima! Dich knöpfe ich mir vor!“
„Ähm, Rattfratzjunge...?“
„Sag schnell“, zischte Teenager Julian mit gedämpfter Stimme. Im Hintergrund quiekte ein Rattfratz.
„Also... 39014.“
„Tackle!“
„Hast du’s mitgekriegt?“
„Ich such ’nen Stift, Mann!“
„Okay, ich warte...“
„Rutenschlag!“
„Hast du einen?“
„Oh nein! Jetzt sind mir die Pokémon ausgegangen!“
„Julian...?“
„Gibst du mir deine Telefonnummer? So können wir uns zu noch mehr Kämpfen verabreden.“
Es piepste mehrmals.
„Prima! Ich rufe an, sobald mir wieder nach einem Kampf ist.“
„Meine ID ist 39014.“
„Behalt deine ID für dich! Wo bist du gerade?“
„Ähm, wo sind wir, Vesco?“
„Im Steineichenwald.“
„Ich komm vorbei und dann könnt ihr mir alles erzählen! Und WEHE, ihr habt Mist gelabert! Wir treffen uns am Flegmon-Brunnen.“
„Hey, warte mal!“
Es klickte.
„Vielen Dank!“, fauchte Vesco und ging in Richtung Durchgangshäuschen, „jetzt haben wir DEN auch noch am Hals! Er wird uns ständig anrufen!“
„Wieso denn, wenn er mit uns rumläuft?“
Vesco blieb stehen, den Türgriff in der Hand. Langsam drehte er sich zu mir um. „Du hattest jetzt nicht ernsthaft vor, am Brunnen auf den Kleinen zu warten, oder?“
* BLA steht für den berühmte Anruf von Julian, indem er bestimmt fünfmal das Wort "Rattfratz" benutzt. Leider fehlt mir der genaue Wortlaut dieses Anrufes. Deshalb wäre ich jedem, der demnächst mal wieder einen solchen Anruf erhält, SEHR verbunden, wenn er den mitschreiben und mir zukommen lassen könnte. Vielen Dank im Voraus :)

Uninteressante Fakten


  • Alle Helden, die Vesco jemals war, basieren auf meinen Spielständen in meinen Pokémon-Editionen. Ich finde die Mütze vom Sinnoh-Typen z. B. auch potthässlich.
  • Der Amerikaner existiert nur, weil ich nicht wusste, wie ich meine amerikanische HeartGold unterbringen sollte. Seine "amerikanischen" Eigenschaften kamen erst später hinzu. Da sowas ja besonders in Deutschland gerne und oft falsch verstanden wird, möchte ich noch hinzufügen: Die Figur des Amerikaners soll keinen Rassismus übermitteln, sondern ist lediglich eine Verkörperung aller möglicher potenzieller Vorurteile gegenüber Amerikanern. Und Vorurteile bedeutet: Kann stimmen, muss aber nicht. (Viele) Amerikaner finden übrigens echt alles "awesome", ich muss aber zugeben, dass ich das ziemlich überzogen darstelle ;)
  • Anstelle des Latias sollte ursprünglich eine durchgeknallte Pokémon-Professorin die Gruppe begleiten. Da ich sie mir aber die ganze Zeit auf- und abflatternd vorstellte, musste sie dem Latias weichen, das sich praktischerweise auch noch in Menschen verwandeln kann.
  • Pimmel nahm Feurigel als Starter und nannte es "Furz".
  • Rattfratz ist ein verdammt geiles Pokémon.

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Ich bin ein Riesenfan von Fantasy Geschichten und ich muss zugeben du hast einige gute Ideen.
Allerdings würde ich noch ein wenig an deinem Stil arbeiten.
Ich hab auch mal ein paar Kurzgeschichten geschrieben, hab mich aber noch nicht getraut
sie zu veröffentlichen... :oops:

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Mach doch mal! Ich würde sie dann auch lesen ;)
Und die Sache mit meinem Stil erklär mal bitte genauer. Ich versteh nämlich nicht ganz, was du meinst :?:

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Zwei von ihnen waren Drachen, ein Kleiner und ein Großer. Ihr langer geschuppter Körper erinnerte an Schlangen, doch sie hatten eine Mähne und zwei Barthaare, außerdem vier Beine mit scharfen Klauen. Die beiden anderen war ein geflügelter Löwe und ein geflügelter Molch, wobei Letzterer dieselbe Größe wie der Löwe hatte. Vaelu selber war ein Wolf. Sie alle waren schwarz und hatten rote Augen, manche heller, manche dunkler.

Die Beschreibungen sind zwar echt gut, aber es kommt ziemlich unverhofft, das die Gruppe nicht menschlich ist...
Ich hätte es anders gemacht, z.b. so das man nur einen kurzen geistlichen "Blick" auf die Gruppe wirft und sich dann
zusammenreimt welcher Rasse sie angehören.

Siehst du? Jeder macht es anders, und das nennt sich Stil.
Während dein Buch möglicherweise auch 10 millionen Leser finden würde, währe es wahrscheinlich nicht mein
Lieblingsbuch...
Allerdings glaube ich das dein momentaner Stil in der heutigen Welt nicht so gut ankommen würde...

Nicht vergessen: Nichts hiervon ist persönlich gemeint, das ist nur meine Meinung!

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SuperSengo99 hat geschrieben:
Zwei von ihnen waren Drachen, ein Kleiner und ein Großer. Ihr langer geschuppter Körper erinnerte an Schlangen, doch sie hatten eine Mähne und zwei Barthaare, außerdem vier Beine mit scharfen Klauen. Die beiden anderen war ein geflügelter Löwe und ein geflügelter Molch, wobei Letzterer dieselbe Größe wie der Löwe hatte. Vaelu selber war ein Wolf. Sie alle waren schwarz und hatten rote Augen, manche heller, manche dunkler.

Die Beschreibungen sind zwar echt gut, aber es kommt ziemlich unverhofft, das die Gruppe nicht menschlich ist...
Ich hätte es anders gemacht, z.b. so das man nur einen kurzen geistlichen "Blick" auf die Gruppe wirft und sich dann
zusammenreimt welcher Rasse sie angehören.

Siehst du? Jeder macht es anders, und das nennt sich Stil.
Während dein Buch möglicherweise auch 10 millionen Leser finden würde, währe es wahrscheinlich nicht mein
Lieblingsbuch...
Allerdings glaube ich das dein momentaner Stil in der heutigen Welt nicht so gut ankommen würde...

Nicht vergessen: Nichts hiervon ist persönlich gemeint, das ist nur meine Meinung!


Hm... Na ja, ich kenne viele Fantasy-Autoren, die ähnlich schreiben und viele begeisterte Fans haben, aber es muss ja nicht jedermanns Lieblingsbuch sein^^"
Und dass das nicht persönlich gemeint ist, ist schon klar, wir kennen uns ja gar nicht xD Aber genau solche Kommentare wollte ich eigentlich hören, als ich diesen Thread eröffnete, das hilft einem mal weiter o.O Im Gegensatz zu Kommentaren "gefällt mir gut" oder "ist total super!" oder eben "Mann, ist das blöde". Schreibt doch bitte, was euch gut oder eben schlecht gefällt... Ich brauche vernünftige Rückmeldungen, weil ich die Geschichte, wenn sie fertig ist, wirklich mal an einen Verlag schicken möchte...

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Entenbrei hat geschrieben:
Ich liebe Spoon :D :D :D
Das ist "Die Mörderspinne"


Was ist denn an Spoon so toll? Nur weil sie neuer ist als Spide und als Weibchen für dich natürlich attraktiver ~.~

Und bitte nur konstruktive Kommentare, ich habe es doch schon im vorherigen Post geschrieben -.-

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Zu Feuerzunge: Kapitel 1

Hallo erstmal :)
Ich dacht' mir, wenn ich schon deine Geschichte lese dann tu ich dir auch gleich den Gefallen & lass ein wenig positive und negative Kritik da :] Habe aber momentan erst das erste Kapitel gelesen, deswegen wird sich die Kritik auch darauf beziehen.

Etwas Lob vorab. Mir gefällt dein Schreibstil sehr gut, das Kapitel lässt sich meist flüssig und angenehm lesen, schon mal ein großer Pluspunkt, da ich in dieser Beziehung meist etwas kritisch bin ^^ Auch regt es durchaus zum Weiterlesen an, da sehr viele Fragen aufgeworfen worden sind & ich brenne schon darauf Antworten zu bekommen ;) Und wenn ich nicht so müde wäre würde ich auch garantiert weiterlesen...aber alles weitere morgen.
Zur Idee kann ich nach einem Kapitel noch recht wenig sagen, aber die Tatsache dass ich keine Rechtschreibfehler gefunden habe ist schon einmal positiv :) Außerdem hatte ich während dem Lesen Stimmungsschwankungen [gerade an der Stelle mit diesen weißen Viechern da...erst so spannend und dann bei dem Blubb musste ich voll loslachen xD]

Außerdem finde ich dass es in dem Satz
Die Luft schmeckte noch nach dem Regenguss und das Moos auf dem Boden war noch feucht.
besser klingen würde, wenn du ein noch weglässt. Liest sich nicht so toll ;)

Zitat:
Plötzlich war es sehr still bei dem Dornenzelt. Tatsu runzelte besorgt die Stirn. Selbst die Vögel hörten auf zu zwitschern. Der Wind ließ nach. Nicht ein einziger Tropfen berührte die Erde. Für ein paar Sekunden herrschte Totenstille. Dann gab es ein Geräusch.


Auch an der Stelle hab ich was auszusetzen. Ich weiß, kurze Sätze sind ein wichtiges Stilmittel um Spannung aufzubauen, aber ich finde hier übertreibst du es etwas. Hemmt den Lesefluss irgendwie etwas .__.

Außerdem finde ich das für ein erstes Kapitel ein bisschen zu viele neue Informationen auf den Leser einfallen. Man wusste ja gar nicht mehr wo oben & unten war ^^ Kann natürlich auch sein das es daran lag, dass mein Gehirn momentan nicht mehr so schnell arbeitet. Keine Ahnung xD
Aber ich werde mal schauen wie sich das entwickelt :)

Wie gesagt, es ist nur meine Meinung und natürlich musst du nicht viel Wert darauf legen, ist ja schließlich deine Geschichte.
Ich werd' hier morgen nochmal die Kritik zu den restlichen Kapiteln reineditieren, jetzt bin ich etwas zu müde ^.^

Byebye & liebe Grüße :]

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Muse hat geschrieben:
Zu Feuerzunge: Kapitel 1

Hallo erstmal :)
Ich dacht' mir, wenn ich schon deine Geschichte lese dann tu ich dir auch gleich den Gefallen & lass ein wenig positive und negative Kritik da :] Habe aber momentan erst das erste Kapitel gelesen, deswegen wird sich die Kritik auch darauf beziehen.

Etwas Lob vorab. Mir gefällt dein Schreibstil sehr gut, das Kapitel lässt sich meist flüssig und angenehm lesen, schon mal ein großer Pluspunkt, da ich in dieser Beziehung meist etwas kritisch bin ^^ Auch regt es durchaus zum Weiterlesen an, da sehr viele Fragen aufgeworfen worden sind & ich brenne schon darauf Antworten zu bekommen ;) Und wenn ich nicht so müde wäre würde ich auch garantiert weiterlesen...aber alles weitere morgen.
Zur Idee kann ich nach einem Kapitel noch recht wenig sagen, aber die Tatsache dass ich keine Rechtschreibfehler gefunden habe ist schon einmal positiv :) (Dafür bin ich berühmt x)) Außerdem hatte ich während dem Lesen Stimmungsschwankungen [gerade an der Stelle mit diesen weißen Viechern da...erst so spannend und dann bei dem Blubb musste ich voll loslachen xD]

Außerdem finde ich dass es in dem Satz
Die Luft schmeckte noch nach dem Regenguss und das Moos auf dem Boden war noch feucht.
besser klingen würde, wenn du ein noch weglässt. Liest sich nicht so toll ;)

Ups, zwei "noch" hintereinander :oops: Meine Deutschlehrerin würde ausrasten xD Ich beschreibe aber gerne den Zustand eines Waldes nach einem Regenguss. Ich liebe Regen und Wälder =) (Siehe mein Nickname xD)

Zitat:
Plötzlich war es sehr still bei dem Dornenzelt. Tatsu runzelte besorgt die Stirn. Selbst die Vögel hörten auf zu zwitschern. Der Wind ließ nach. Nicht ein einziger Tropfen berührte die Erde. Für ein paar Sekunden herrschte Totenstille. Dann gab es ein Geräusch.


Auch an der Stelle hab ich was auszusetzen. Ich weiß, kurze Sätze sind ein wichtiges Stilmittel um Spannung aufzubauen, aber ich finde hier übertreibst du es etwas. Hemmt den Lesefluss irgendwie etwas .__.

Hmm... Wie wäre es damit: [...] Plötzlich war es sehr still bei dem Dornenzelt. Mit einem "plopp" fiel ein letzter Tropfen auf die Erde. Das Geräusch klang, als hätte jemand mit einem Hammer auf eine Blechkanne geschlagen, und das Echo schien von den Bäumen abzuprallen und von allen Seiten wieder auf die vier Wesen am Boden zurückzukommen. Der Löwe schauderte und Tatsu runzelte die Stirn. Dann gab es ein Geräusch. [...]

Außerdem finde ich das für ein erstes Kapitel ein bisschen zu viele neue Informationen auf den Leser einfallen. Man wusste ja gar nicht mehr wo oben & unten war ^^ Eine Frage: Hast du nur den Prolog gelesen sondern wirklich auch das erste Kapitel? Das, was du bewertet hast, war nämlich der Prolog. Und Prologe sind meistens noch etwas verwirrend, das ist extra so^^ Kann natürlich auch sein das es daran lag, dass mein Gehirn momentan nicht mehr so schnell arbeitet. Keine Ahnung xD
Aber ich werde mal schauen wie sich das entwickelt :)

Wie gesagt, es ist nur meine Meinung und natürlich musst du nicht viel Wert darauf legen, ist ja schließlich deine Geschichte. Ich lege sogar sehr viel Wert drauf, ich möchte nämlich irgendwann mal ein perfektes Buch an einen Verlag schicken ;)
Ich werd' hier morgen nochmal die Kritik zu den restlichen Kapiteln reineditieren, jetzt bin ich etwas zu müde ^.^

Byebye & liebe Grüße :]

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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmensch
BeitragVerfasst: 18.10.2008 18:32 

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Naja das ist zwar nicht mein ding aber die ist echt gut ich versteh aber irgendwie um was es geht es ist zu verwirrend wenn man einfach anfängt mit irgendso warnung dingsdabumsta und schreib mal was feuerzunge damit zu tun hat

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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmensch
BeitragVerfasst: 29.11.2008 15:07 
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Mampfcada hat geschrieben:
Naja das ist zwar nicht mein ding aber die ist echt gut ich versteh aber irgendwie um was es geht es ist zu verwirrend wenn man einfach anfängt mit irgendso warnung dingsdabumsta

Ohne Punkt und Komma :roll: Was meinst du mit "Warnung Dingsdabumsda"? Ich kann mich nicht entsinnen, irgendwo mit "Warnung" angefangen zu haben oO

Mampfcada hat geschrieben:
und schreib mal was feuerzunge damit zu tun hat

Das Thema meines Projektes "Feuerzunge" waren die Asiuluiam. Also dasselbe Thema wie bei meinem neuen Projekt. Das da ist nur ein Auszug aus jenem neuen Projekt, nämlich ein Aufsatz über die Realität, den ein Chara in meinem Buch geschrieben hat. Der Aufsatz gehört zum Anfang des ersten Kapitels. Es geht los mit der Beschreibung eines Kindes, dass etwas schreibt, dann kommt das, was es schreibt, also der Realität-Aufsatz.

Edit: Sorry, Mods, habe mich verklickt und das Thema als neu markiert - bitte nicht hauen .___.

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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmensch
BeitragVerfasst: 18.05.2009 10:25 

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Beiträge: 16

Shoddy Battle: -Blacky-
Hi, also zu der Kurzgeschichte unter 2.2 Fantasie:
Wow, das ist schon ziemlich gut geschrieben. Da verliert man fast den Mut selbst zu schreiben, wenn man sieht wie toll andere das hinbekommen :oops:

Das Einzige was ich ändern würde, wäre eine bessere Kennzeichnung, wenn der Drache Gedanken auf Wendy überträgt. Er spricht zwar nicht, deswegen sind die Zeichen für wörtliche Rede nicht angebracht, aber ich könnte es mir z.B. so vorstellen:
Seine tiefschwarzen Augen fixierten sie einen Moment, doch dann hörte sie in ihrem Kopf eine sanfte Stimme. >>Nein.<<

>>Wenn du nichts dagegen tust...<< Porg hatte Recht!

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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmensch (Update: 15.8.10)
BeitragVerfasst: 19.08.2010 21:02 
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Oh ja, ich liebe es Beiträge in Topics zu schreiben, die schon mindestens drei oder vier Jahunderte alt sind^^
Aus irgendeinem Grund trifft diese Story genau das, was ich denke. Aufs Haar.
Ich bin kein Freund langer Worte, alles was ich schreiben würde wäre dadurch abgedeckt.
Ich werde mal Ausschau nach dem BLA-Text halten, wenn dir danach beliebt.

:D

Nun, es entsprich im Allgemeinen nicht meiner Art mich zu ergeben, doch werde ich mich nun mit einer Person die lieber anonym bleiben will solidarisch zeigen.
Dein Schreibstil ist nicht verbesserungsbedürftig. Das musst du verstehen, dich also nicht dafür entschuldigen. Wenn du ein breites Publikum ansprechen willst musst du auch Personen niederen Intellekts verständlich sein. Die Geschichte, im Großen und Ganzen, würde ich in das Genre Satire einordnen. Satiren gefallen Giovanni, oh ja, das tun sie. Diese Geschichte ist aber mehr als nur das; Sie ist eine annähernd glänzende Mischung aus Satire und einem Fingerzeig in Richtung einer gewissen Problematik, die die von dir treffend verballhornten Game Freaks in die Welt gesetzt haben. An einer gewissen Textstelle meine ich eine Anspielung auf meine Wenigkeit zu erkennen, möchte dir aber nur allzu gerne die Suche nach selbiger überlassen.

Nun denn, in pathetisch überhöhtem Schreibstile folgt nun die Schlussformel

Hochachtungsvoll verabschiedet sie in unendlicher Güte
Präsident Giovanni Spaghetti


(Wer den Spinnennetz-Mode nicht erkannt hat: Meine Freunde warten bereits vor der Tür um dich in die ewigen Jagdgründe zu befördern *Fieslingslache*)

Ihr müsst euch das ganze mit Italienischem Akzent vorstellen. Steigert die Authenzität enorm.

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 Betreff des Beitrags: Re: Waldmensch (Update: 15.8.10)
BeitragVerfasst: 28.08.2010 15:24 
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Abwesend bis: 1. Aug 2010
Also ich finde die Geschichte sehr unterhaltsam. Stil, naja - verbesserungsfähig, aber eben: Sehr unterhaltsam.

Lg

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